110 Jahre Krösche Unternehmen

Ein Unternehmer und viele Ideen

Bequem wollte es Dieter Krösche nie haben. Und bequem ist der Holzmindener Unternehmer auch nie gewesen. Der Mann, den der Zigarrenrauch wie ein Parfüm umgibt, lebt seine Ideen, eckt - wenn nötig - auch mal an.

Er ist sich immer treu geblieben und hat auch heute noch keine Lust, aufs Altenteil zu wechseln. Dafür ist der Mann, der im August seinen 70. Geburtstag im kleinen Kreis gefeiert hat, und der in diesem Jahr das 110-jährige Jubiläum der Krösche-Firmen in Holzminden feiert und mit der Krösche-Kran Service GmbH, eines der inzwischen führenden Dienstleistungs-
unternehmen Deutschlands, begeht,noch viel zu jung. Und: die Ideen sind ihm noch nicht ausgegangen.

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Dieter Krösche vor der "Erinnerungswand".

 

Als Großvater August Krösche 1899 die in Altendorf liegende Schmiede der Witwe Schoppe pachtete, konnte er sicher nicht ahnen, dass sein Enkel einmal einen gänzlich anderen Weg einschlagen sollte: Aus kleinen Anfängen modellierte Dieter Krösche einen Marktführer. Mit der Gründung der Krösche-Kran Service GmbH vor 35 Jahren stieß er in eine Marktlücke. Heute ist KKS bei der Kranmontage von Fertigbauten mit einem Markt-
anteil von rund 90 Prozent nahezu konkurrenzlos. Stolz sind Dieter Krösche und seine Mitarbeiter darauf, dass KKS heute in halb Europa und sogar in China jährlich rund 10.000 bis 12.000 Aufträge abarbeitet und seit der Gründung rund 250.000 Fertigbauten nahezu unfallfrei montierte.

"Das von KKS praktizierte Unternehmenskonzept ist bis heute unveränderter Bestandteil der Firmenphilosophie und hat sich besonders wie jetzt in Krisenzeiten, wo nur gering-
fügige Umsatzrückgänge zu verzeichnen sind, hervorragend bewährt", erklärt Krösche.

Zur Firmenphilosophie gehört auch der Firmensitz: die Pyramide aus Glas in der Carl- Hampe-Straße, die 1994 eingeweiht wurde und bis heute das modernste und architek-
tonisch mutigste Logistik-Terminal der Kranbranche ist. In Holzminden laufen die Fäden der rund 25 mobilen Stützpunkte in fast allen Bundesländern zusammen. Inklusive der eigenen Kranflotte und der Vertragspartner stehen rund 110 moderne Fahrzeugkrane auf Lkw-Basis mit 30 bis 60 Tonnen zur Verfügung. Sie versetzen KKS in die Lage, jeden Auftrag, egal zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort, zu festen Basiskonditionen auszuführen.

Für einen Unternehmer wäre das eigentlich Erfolgsgeschichte genug. Doch Dieter Krösche hat sich nie mit dem einmal Erreichten zufrieden gegeben. 1994 entwickelte er die Idee "Homeworld - die Welt der Häuser", wollte im Landkreis Holzminden auf einer von drei möglichen Domänenflächen (Heidbrink, Allersheim oder Fürstenberg) einen Fertighaus-Ferienpark errichten. Urlaub machen, probewohnen, gleichzeitig die Akzep-
tanz für Fertighäuser erhöhen, das waren die Ideen, die Krösche mit Homeworld als Exponat der Weltausstellung Expo verwirklichen wollte.

Dafür gründete er 1994 die Deutsche Fertigbau-Logistik AG mit einer Million Euro Stammkapital, gewann führende Unternehmen der Branche als Aktionäre - und schei-
terte. Obwohl die Räte in Holzminden, Fürstenberg und insbesondere Polle mehrheitlich für das Projekt gestimmt hatten. "Selbsternannte Umweltschützer haben in der Öffent-
lichkeit mit Polemik das Projekt verteufelt", sagt er heute. Trotz des Fehlschlages suchte Krösche nach neuen Standorten, fand ihn in Oberhausen, wo gerade das größte Ein-
kaufszentrum Deutschlands im Entstehen war, und investierte Millionen. Noch einmal scharte er über 30 der führenden Hersteller um sich, band sie vertraglich an Homeworld.

Doch auch in Oberhausen zogen dunkle Wolken auf. Ärger mit dem amerikanischen Geschäftspartner, von dem Krösche das große Grundstück für rund 17 Millionen DMark kaufen musste. Trotz erfolgreicher Bemühungen, Investoren zu finden, schließlich ein Versteigerungstermin beim Amtsgericht und die unrühmliche Rolle der Stadt Oberhausen selbst, die das Projekt erst bejubelte und sich letztlich für einen Schnäppchenpreis von rund vier Mio. Euro das Grundstück sicherte, haben Dieter Krösche sehr geärgert, der sich danach wieder auf sein Kerngeschäft in Holzminden konzentriert. "Die Idee lebt trotz aller Widerstände weiter", versichert er.

Bereits ein Jahr später gab es wieder positive Nachrichten: Dieter Krösche konnte den weltweit größten Hersteller Liebherr überzeugen, von ihm konzipierte Kranfahrzeuge mit 35 bis 45 und demnächst auch mit 60 Tonnen Tragkraft auf Lkw-Basis zu bauen, die erstmals ohne lästige Genehmigungsverfahren fahren dürfen. "Es handelt sich um die wirtschaftlichsten und leistungsfähigsten Fahrzeugkrane überhaupt, die mittlerweile weltweit verkauft werden", berichtet Krösche stolz. Und weiter: "Die gesamte Kranbran-
che kann sich über eine etwa 25- prozentige Kostensenkung bei geringeren Umweltbe-
lastungen freuen". So wie Dieter Krösche das sagt, wird klar: Dieser Mann denkt noch nicht an einen Rückzug aus der Geschäftsführung.

Der gebürtige Altendorfer ist fit, hat seine Nachfolge aber bereits geregelt: In der vier-
ten Generation arbeiten Schwiegersohn Joachim Ruthe und Tochter Birgit seit fast drei Jahren in der Geschäftsführung mit. Und die fünfte Generation, schmunzelt Krösche, "scharrt bereits mit den Hufen. Mit drei Enkelkindern sind die Voraussetzungen für die kommenden 100 Jahre Firmentradition geradezu optimal".

 

Ein Box- und Fußballfreund

Unternehmer, Familienvater, Sportfreund: Dieter Krösche hat in den Jahren 1960 bis 1975 auch die Zeit gefunden, im Altendorfer Sportverein eine Boxabteilung zu etablie-
ren. Innerhalb weniger Jahre gelang es ihm gemeinsam mit aktiven Helfern, neben der Jugendarbeit eine leistungsfähige Boxstaffel aufzubauen und internationale Boxver-
gleichskämpfe mit überwiegend osteuropäischen Mannschaften in der Stadthalle zu veranstalten. Sein Engagement für den Amateurboxsport wurde beim Besuch von Boxidol Max Schmeling 1965 in der Stadthalle entsprechend gewürdigt. Krösche erhielt eine namhafte Geldspende von Max Schmeling für seine ehrenamtliche Arbeit überreicht.

Darüber hinaus war Krösche über zwei Jahre Vorsitzender des Tuspo Holzminden, der damals noch in der Fußball-Amateur-Oberliga spielte. Ihm gelang es allerdings nicht, die Holzmindener Vereine zu einem schlagkräftigen und finanzstarken Großverein zusam-
menzuschweißen. Daraufhin zog er sich als Sportfunktionär aus dem Holzmindener Vereinswesen zurück.

 
 

1. April 1899 – 1. April 2009: 
110-jährige Firmengeschichte in vierter Generation

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Wir gratulieren

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Quelle: TAH Holzminder 26.09.2009 • Foto: bs

 

 

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