Kranservice der flexiblen Art

Schnelligkeit ist Trumpf! Nur wer Pro- dukte und Dienstleistungen schnell liefern kann, hat eine Chance, sich im scharfen Wettbewerb durchzusetzen.

Schnelligkeit ist auch ein zentraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie von Krösche- Kran-Service (KKS). Das Unternehmen mit Sitz

im niedersächsischen Holzminden feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Die hinter dem Unter- nehmen stehende Geschäftsidee unterscheidet sich deutlich von denen der konventionellen Kranverleiher. Statt die gesamte Bandbreite von Krandienstleistungen samt entsprechendem Equipment anzubieten, setzt der Geschäftsführer Dieter Krösche ausschließlich auf Lkw-Aufbaukrane mit Traglasten bis zu 60 t.

Hochflexibles Konzept. Ein Segment, das von den meisten Kranbetreibern aufgrund seiner ver- gleichsweise bescheidenen Traglasten oft belächelt wurde. Für KKS ist dieses hochflexible Krankonzept dagegen die Basis einer einzigartigen Erfolgsgeschich- te. Seit der Gründung im Jahr 1974 vergrößerte sich die Kranflotte auf heute 126 Kranfahrzeuge, inklusive der Sub-A- und Sub-B-Partner, die zum Teil zwei bis drei LTF-Krane im Pool haben.

Aber das KKS-Geschäftsmodell umfasst nicht nur flexible Kranfahrzeuge. Um eine größtmögliche Nähe zum Kunde zu gewährleisten, sind sie an 81 Stand- orten in Deutschland stationiert. Das versetzt Krösche in die Lage, schnell und zugleich besonders wirt- schaftlich auf die allermeisten Hubaufgaben rund um den Bau von Einfamilienhäusern und Industriemonta- gen reagieren zu können.

Wirtschaftlich heben. Genau darauf hat sich der Krösche-Kran-Service spezialisiert. Auf der Kun- denliste stehen nahezu alle namhaften Fertighausher- steller aus Deutschland. „Das sind absolut anspruchs- volle Kunden“, verrät Dieter Krösche und ergänzt: „Anspruchsvoll mit Blick auf die Leistung, Zuverlässig- keit und natürlich auch auf die Preisgestaltung.“ Diese Unternehmen haben mit Krösche-Kran-Service einen Partner, auf den sie zum Teil seit Jahrzehnten zurück- greifen können. Das langjährige Vertrauen hat mehre- re Gründe. Da ist zum einen Pünktlichkeit und zeit- liche Flexibilität. „Wer heute bis 16 Uhr einen Kran bestellt, hat ihn am nächsten Morgen zur vereinbar- ten Zeit auf der Baustelle“, so Dieter Krösche weiter. Um eine solche Zusage erfüllen zu können, bedarf es einer entsprechenden Anzahl von Kranfahrzeugen und der Nähe zu den Kunden.

Sensible Hände am Joystick. Krösche-Kran-Ser- vice steht aber auch für eine zuverlässige und gewis- senhafte Durchführung der Kranarbeiten. Hierfür sind intensiv geschulte Mitarbeiter die notwendige Basis. Neue Mitarbeiter werden intensiv eingearbeitet und wie alle anderen regelmäßig geschult.

Die Kranführer müssen vor allem ein sensibles Händchen am Joystick haben, schließlich müssen die Fertighäuser aus zahlreichen Einzelmodulen präzise zusammengesetzt werden. Viele Elemente werden be- reits mit Fenstern und Türen auf der Baustelle angelie- fert und müssen mit größter Umsicht gekrant werden. 

Routinierte Mitarbeiter. „Werden dabei Ele- mente beschädigt, sind erhebliche zeitliche Verzöge- rungen beim weiteren Baufortschritt die Folge“, erläu- tert Krösche die speziellen Herausforderungen bei der Fertighausmontage. „Wer hier nachlässig ist, bekommt ganz schnell keine Aufträge mehr!“ Das haben die rou- tiniert und behutsam zu Werke gehenden Krösche- Mitarbeiter verinnerlicht. Sie wissen genau worauf es ankommt und haben so zum anhaltenden Unterneh- menserfolg beigetragen.

Eine weitere Anforderung der Kunden ist das Thema Wirtschaftlichkeit. Auch hier hat Dieter Krö- sche die Nase weit vorn. „Teure Technik, die der Kun- de gar nicht benötigt und die nicht abgerufen wird, ist da absolut fehl am Platz“, betont Krösche. Statt kosten- intensiver AT-Krane hat sich der Unternehmer schon vor 40 Jahren für Lkw-Aufbaukrane entschieden.

Starker Zwei-Motoren-Kran. Das dieser von Liebherr überhaupt noch hergestellt wird, ist ebenfalls Krösches Verdienst. Die Begeisterung für das Produkt kommt nicht von Ungefähr. Bei der Konzeption und Neuentwicklung der neuen LTF-Baureihe brachte Krö- sche seine große Erfahrung und neue Ideen ein, die von Liebherr technisch umgesetzt wurden. Das Er- gebnis, die neuen LTF 1035-3.1, LTF 1045-4 sowie LTF 1062-4.1, bewertet Krösche als die wirtschaft- lichsten, leistungsstärksten und leichtesten Zwei-Mo- toren-Krane auf Lkw-Chassis weltweit.

Bundesweite Dauerfahrgenehmigung. So er- füllen die neuen LTF-Krane von Liebherr die Vorausset- zung für eine bundesweite Dauerfahrgenehmigung nach § 29 und sind damit besonders wirtschaftlich als Taxikrane einsetzbar. Trotzdem kann der dreiachsige LTF-1035-3.1 Ballast von 2 t und der Vierachser LTF- 1045-4 Ballast von 5 t mitführen. Sowohl in Voll- als auch in Teilballastkonfiguration konnten die Tragkräfte deutlich erhöht werden. Die Traglaststeigerungen bis über 30 Prozent sind deshalb so bemerkenswert, da die Teleskopausleger der neuen Krane um ca. 15 Pro- zent länger sind. Durch die von Krösche geforderte vordere sowie hintere Sternabstützung, konnten die benötigten Parameter erreicht werden. 

Fahrgestelle von Scania. Aufgebaut werden die Krane auf drei- und vierachsigen Fahrgestellen von Scania. Die Entscheidung für den schwedischen Her- steller liegt in dessen Modulbaukasten begründet, der es Krösche erlaubt, die Krane aufbauen zu lassen, oh- ne kostspielige Änderungen am Chassis und Fahrer- haus vornehmen zu müssen. Vor allem der Vierachs- Aufbaukran LTF 1045-4 von Liebherr ist ein weltweit gefragtes Gerät. Mit Aufbaukranen lassen sich über 90 Prozent aller anfallenden Hebearbeiten bewältigen und das zu günstigeren Betriebskosten.

Die Fahrzeuge verfügen grundsätzlich neben dem eigentlichen Antriebsmotor über einen zweiten Motor für den Oberwagen. Der wird nur für die ei- gentlichen Kranarbeiten benötigt und ist deutlich klei- ner und verbrauchsgünstiger. Während ein klassischer AT-Kran in diesem Segment beim Oberwageneinsatz etwa 10 bis 12 l Diesel pro Stunde benötigt, kommen die Zwei-Motoren-Krane mit gerade mal 3,2 l pro Stunde aus. Schon in den 70er- und 80er-Jahren, als der Diesel noch günstig war, war der Verbrauchsvor- teil ein wichtiges Argument für Krösche und seine Kunden. Heute ist das hohe Maß an Wirtschaftlichkeit Basis des nachhaltigen Erfolgs.

Flexible Disposition. Und das ganz ohne Ein- satz aufwendiger Telematiksysteme. Jeweils drei Dis- ponenten bilden ein Team und sind für eine komplette Woche verantwortlich. Zunächst erfolgt eine Woche vorher eine Gesamtplanung, dann erhalten die Fahrer ihre Einsatzpläne. Um auf kurzfristige Änderungen reagieren zu können, melden sich die Fahrer täglich in der Zentrale bis ca. 15 Uhr.

Damit die Disponenten angesichts der Fülle der Aufträge nicht den Überblick verlieren, werden auf ei- ner überdimensionalen Landkarte farbige Fähnchen gesteckt. Ein System, das Dieter Krösche sehr schätzt und was KKS in die Lage versetzt, wöchentlich 350 bis 400 Baustellen hebetechnisch zu betreuen. Der Blick auf die mehrere Meter hohe und elektrisch ver- schiebbare Landkarte, auf der sich neben Deutschland auch die Nachbarstaaten befinden, macht ihm sicht- bar Freude, zeigt es doch die sehr hohe Auslastung und damit den Erfolg des Geschäftsmodells. 



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